Ausbildung Ratgeber Nach der Schule eine Auszeit nehmen Stop sagen Orientierung

Nach der Schule – Auszeit oder FSJ?

Manchen Schülern spukt sie schon vor dem Abitur durch den Kopf, andere stellen sich erst danach die Frage: Was mache ich jetzt? Für viele liegt der Schritt an die Uni nahe. Doch nicht für jeden ist eine akademische Laufbahn der richtige Weg.

Um sicherzugehen, dass die Zweifel am eingeschlagenen akademischen Weg nicht nur eine Phase sind, rät die Psychologin Tanja Schuck dazu, sich ein Ultimatum zu setzen: Einen bestimmten Zeitraum, etwa ein Semester, wartet man ab, um herauszufinden, wie man mit dem Studium zurechtkommt. Doch wann ist es endgültig zuviel? „Indikatoren dafür, dass die eigenen Grenzen endgültig erreicht sind, sind zum Beispiel Müdigkeit, Lustlosigkeit und depressive Gedanken, die länger andauern“, erklärt Schuck.

Die Anforderungen eines Studiums gehen über den vermittelten Stoff hinaus, erklärt Matthias Jaroch vom Deutschen Hochschulverband: „Ein Studium fordert eine hohe Motivation, Disziplin und vor allem die Fähigkeit, sich selbst zu organisieren.“ Genau wie die fachlichen Inhalte und eine passende Prüfungsvorbereitung kann man das erlernen – allerdings nur bis zu einem gewissen Grad. „Studieren kann und darf anstrengen, aber in der Gesamtbilanz sollte es mehr Lust als Last sein.“

Hilfreich ist es auch, Berufe auszuprobieren: Ein Praktikum, eine Hospitanz oder auch der kurze Besuch in einem Betrieb können einen Eindruck vermitteln, wie eine Ausbildung aussieht.

„Mit jedem Umweg im Lebenslauf sammelt man neue Erfahrungen und lernt etwas dazu. Und häufig zeigt eine Umorientierung auch, dass man sich mit den eigenen Stärken und Schwächen auseinandergesetzt hat.“ (tmn)

Die Möglichkeiten scheinen vielseitig: Nach der Schulzeit warten Ausbildung, duales Studium, oder Hochschulstudium. Schülerinnen und Schüler machen sich Gedanken darüber, was für sie in Frage kommen könnte. Manchmal fällt dabei auch der Entschluss: Zunächst erst einmal durchatmen, zur Ruhe kommen und etwas ganz anderes machen. Erfahrungen kann man auch in anderen Bereichen sammeln, bevor es dann in eine Ausbildung oder ein Studium geht.

Engagement in Freiwilligendiensten
Doch welche Möglichkeiten gibt es eigentlich jenseits von Ausbildung oder Studium? Da wäre zum Beispiel der große Bereich der Freiwilligendienste. An die Stelle des verpflichtenden Wehr- oder Zivildienstes ist seit Juli 2011 zum einen der Freiwillige Wehrdienst bei der Bundeswehr getreten. Zum anderen gibt es im zivilen Bereich seitdem den Bundesfreiwilligendienst, der Einsatzstellen in ganz unterschiedlichen Betätigungsfeldern bietet. Beide Angebote stehen jungen Frauen und Männern gleichermaßen offen.
Auch das Freiwillige Soziale Jahr (FSJ) oder Ökologische Jahr (FÖJ) sowie das FSJ Sport oder Kultur sind eine interessante Alternative für junge Menschen,
die sich für die Gemeinschaft engagieren wollen. Über diese Angebote hinaus gibt es auch Möglichkeiten, einen Freiwilligendienst im Ausland zu leisten. Je nach Träger des Freiwilligendienstes können entstehende Kosten übernommen werden. Nach wie vor besteht auch die Möglichkeit, als Au-pair ins Ausland zu gehen, um die eigenen Sprachkenntnisse zu erweitern. Aber auch Praktika oder Jobs im Ausland (zum Beispiel Work & Travel) sind interessante Perspektiven für junge Menschen.

Erste Anlaufstellen, die bei der Suche behilflich sein können

Wer sich für Alternativen zum sofortigen Start in die Ausbildung oder das
Studium interessiert, findet vielfältige Angebote bei der Berufsberatung der Agentur für Arbeit über Alternativen zu Studium und Ausbildung informieren. (nh)

Foto: pathdoc – Fotolia.com

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